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// Der Weg zur wiedergewonnenen Freiheit-vom Mama und Frau sein //

Bevor ich vor fast 8 (!!) Jahren zum ersten Mal Mutter wurde, hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung was mich erwarten würde, wenn meine Tochter das Licht der Welt erblickt haben würde. Wir würden gemütlich kuschelnd die ersten Tage im Familienzimmer im Krankenhaus verbringen und uns langsam aneinander, und an das neue Leben zu viert gewöhnen können. Da Babys ja gerade in der Anfangszeit viel schlafen, würde ich genügend Zeit haben, um mich von der Schwangerschaft und der Geburt erholen zu können.Ich würde das wuppen, ganz easy. Wir würden viel Zeit zu zweit in der Hängematte im Garten verbringen, im Sommer würden uns die warmen Strahlen der Sonne gute Laune und viel frische Luft bescheren. Was für eine malerische Aussicht, oder?

Ich kann euch ja mal kurz erzählen wie es dann wirklich kam:

Auch wenn in vielen Ratgebern stehen mag, dass Babys ach so viel schlafen, bin ich mir sicher, dass meine Tochter diesen Absatz überlesen haben muss, als sie sich auf die Reise zu uns vorbereitete. Meine Tochter schlief sehr wenig. Auch das angepriesene Familienzimmer war natürlich belegt und Erholung war für mich im Krankenhaus eher so im Minusbereich möglich, nämlich gar nicht. Ich schlief kaum. Meine Zimmernachbarin liebte es bis spät in die Nacht den Fernseher laufen zu lassen oder lautstark mit ihrem Freund zu telefonieren. Meine Bitte dies zu ändern zog lediglich einen mitleidigen Blick und ihre hochgezogenen Augenbrauen nach sich, mehr nicht.  Danke dafür.  Die Schwester kam andauernd rein, um mich zu fragen, ob ich zufüttern wolle, oder wenigstens eine Zuckerlösung geben wolle, und alle vier Stunden stillen reicht. Blabla. Nochmal danke.

Ein perfekter Start sozusagen. Ich warf meine Bilderbuchvorstellungen über Bord. Meine Bedürfnisse stellte ich  zurück, um meinem Baby und der neuen Situation gerecht werden zu können. Ich tat das automatisch und hatte das Gefühl, dass wir uns so als Team gut einspielen konnten. Es fiel mir nicht schwer, eine ganze Zeit lang war es für uns genau so richtig. Irgendwann hatten wir einen annehmbaren Rhythmus, der es mir ermöglichte für ein paar Minuten ganz für mich zu sein. Nur mal kurz alleine duschen, in Ruhe Zähne putzen, vielleicht das Essen warm essen. Kurz einkaufen ohne Baby. Viele von euch wissen sicherlich was ich meine.

Der wenige Schlaf hinterließ aber seine Spuren , beim allerersten Kinobesuch nach Monaten wäre ich fast eingeschlafen.

Und dennoch möchte ich nicht klagen. Gerade in dieser Zeit habe ich gelernt viele kleine Momente einfach zu genießen. Eine andere Perspektive einzunehmen, einen Schritt zurück zu machen. Zu zweit kochen-woohoo, einen Film ohne Unterbrechung gucken-grandios, gemeinsam auf der Couch sitzen und die Stille genießen-Jackpot.  Und genau diese Momente waren es, die ich nie so sehr geschätzt habe, wie in den ersten Jahren mit unseren Kindern. Ich erinnere mich noch genau, wie wir einmal fast die halbe Nacht einfach nur da gesessen  und gequatscht haben. Einfach so. Ganz in Ruhe. Als Eltern und als Paar. Das fühlte sich so gut an.

Ich kann nun auf diese Zeit zurückblicken und allen Mamas und Papas , die auch gerade durch den wenigen Schlaf erschöpft und ausgelaugt sind, sagen: ES WIRD BESSER! Und ja, es wir auch anders. Aber für mich hätte es nicht schöner werden können. Eure Zeit als Frau/ Mann und als Paar wird wiederkommen.

Die Zeit, zu der ihr wieder ausgehen könnt, zu der es auch ein Glas Wein sein darf, oder zwei. Die Zeit, in der ihr die Nacht durchschlafen könnt, weil die Kinder groß genug sind, um sie mal bei Oma und Opa oder einer Freundin  zu lassen. Oder sie von sich aus einfach durchschlafen. Die Zeit, zu der ihr euer Essen warm und ohne Hektik essen könnt. Eure Zeit. Nur für euch. Und ihr glaubt nicht, wie gut sich das dann anfühlen wird und wie sehr ihr es genießen werdet.

Eure wiedergewonnene Freiheit.

Alles Liebe

Eure Anita

 

 

 

 

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Kommentare
One Comment

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  1. Vici

    21. April 2017 at 21:47

    ❤️😘

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