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Bauchgefühl

Für mehr Bauchgefühl

Als ich mein erstes Kind erwartete, wurde mir ziemlich schnell klar, dass meine Schwangerschaft nicht nur meine Privatsache sein würde, sondern auch viele Außenstehende anlocken würde, die mit allerlei gut gemeinten Ratschlägen und Tipps meinten teilhaben zu dürfen und zu müssen.Was ich jetzt alles nicht mehr essen dürfe, wie sie sich denn gefühlt hätten, ob ich denn schon dies und jenes getan hätte und wann es denn soweit wäre… Nicht zu vergessen die ungefragten Versuche mir an den Bauch zu fassen. Ich war ziemlich überrascht von der Penetranz mit der mir Fremde immer wieder begegneten.

Es verunsicherte mich extrem, ich kam ins Grübeln, wenn ich dies und jenes noch nicht wusste oder beachtet hatte, bekam ein schlechtes Gewissen mir und meinem ungeborenen Kind gegenüber.

Ich begann Ratgeber zu wälzen, wollte mich besser informieren und auf alles vorbereitet sein. Was ich in dieser Zeit völlig vernachlässigte war mein Bauchgefühl. Es war schlicht nicht mehr existent.

Es lastete ein großer Druck auf meinen Schultern, denn ich hatte das Gefühl es allen recht machen zu müssen. Diesen Druck machte ich mir selbst und sah in vielen Bemerkungen anderer Zurechtweisungen ,Belehrungen und Schuldzuweisungen.

Irgendwann wurde mir das alles zu viel.  Ich fühlte mich schlecht und unwohl. Ich zog mich zurück und begann zu verstehen, dass nicht die anderen das Problem waren, sondern ich selbst.

Weil ich sie zu nah an mich ran ließ, weil ich mir alles zu Herzen nahm, weil ich sie gewähren ließ und weil ich dafür mein Bauchgefühl abgestellt hatte. Unbewusst, aber trotzdem abgestellt.

Als mir das klar wurde, tauschte ich mein schlechtes Gewissen ein gegen eine große Portion Selbstbewusstsein.  Und ich hörte endlich wieder auf mein Bauchgefühl. Das hatte mir nämlich immer sehr verlässlich gesagt, was der für MICH richtige Weg sein würde.

Und genau das war und ist der springende Punkt. Es gibt viele Meinungen, Überzeugungen, Einstellungen zu noch mehr Themen und Möglichkeiten. Wichtig ist dabei nicht, was für dein Gegenüber, deine Nachbarn oder die fremden Bauchgrapscher im Supermarkt richtig ist, sondern allein das, was sich für dich richtig anfühlt. Für dich und deine Familie, für deine Kindern. Denn du kennst dich, deine Kinder und deine Familie am besten.

Und es muss schon gar nicht der Weg sein, den andere gehen, nur weil ihn viele gehen.

Es muss sich für dich gut anfühlen, nur für dich. Fertig.

Damit kam ich nicht nur gut durch die Schwangerschaften, sondern auch gut durch alle anderen anscheinend ratgeberpflichtigen Zeiten. Nein, mein Kind hat nicht immer Hunger oder friert, wenn es schreit. Nein, meine Milch reicht, ich muss nicht zufüttern. Nein, ich verwöhne mein Baby nicht, nur weil ich es im Tragetuch trage.

Damit möchte ich nicht sagen, dass man sich keinen Rat holen sollte, ganz im Gegenteil! Aber übergriffig, bestimmend und ungefragt mag ich einfach nicht.

Man sagt ja nicht umsonst, dass man mit etwas Bauchschmerzen hat oder es sich nicht richtig anfühlt.

Zumindest glaube ich das ganz fest und vertraue weiterhin auf mein Bauchgefühl!

Was sagt ihr? Kennt ihr diese Situationen auch?

Alles Liebe

Eure Anita

 

 

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